Adventskalendergeschichte – Antonia Stahn – Die Reise vom gläsernen Baum zum blauen Planeten – Weihnachtssaga – Teil 2

Antonia Stahn
Die Reise vom gläsernen Baum
zum blauen Planeten.
Eine Weihnachtssaga.
ISBN 978-3-939937-02-9
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So endete Teil 1 der Weihnachtssaga:
“… Entsteht auf der Erde ein neues Menschenleben, löst sich ein Körbchen vom Baum. Langsam gleitet die Seele in dem Körbchen durch das All zur Erde. Selbstverständlich wird die kleine Seele nicht schutzlos auf die weite Reise geschickt. Sie wird von ihrem Licht – einem Engel – begleitet.”
Und so geht es nun weiter:
“Schutzengel!”, ruft Laura, “Schutzengel nennt man diese Lichter – hab ich Recht, Lucas?”
“Ja, du hast Recht, Schwesterchen. Und solch ein Schutzengel spielt eine wichtige Rolle in meinen Traumgeschichten. Ich denke, du wirst ihn mögen. Hör gut zu!”
“… Mehr als tausend Jahre schläft die kleine Seele namens Paul nun schon in ihrem Körbchen. Es wird Zeit aufzuwachen.
Sanft rüttelt Engel Mimir Pauls Schulter. “Aufwachen, mein Freund, du hast nun lange genug geschlafen!”
Die kleine Seele streckt und reckt sich. Eigentlich möchte sie nicht wach werden. Sie träumt gerade so schön. Leicht benommen richtet Paul sich auf. Er reibt sich die Augen und blinzelt Mimir an. “Oh hallo, Mimir, da bist du ja! Ist etwas geschehen, warum weckst du mich?”
“Du hast nun schon über tausend Jahre geträumt – heute wird deine große Reise beginnen!”
“Wann geht es denn los? Muss ich alleine zur Erde reisen?” Paul ist nun sehr aufgeregt und ängstlich.
“Natürlich werde ich dich begleiten, ich werde stets in deiner Nähe sein”, beruhigt Mimir seinen Schützling. “Lange müssen wir nicht mehr auf unsere Abreise warten. Seit einiger Zeit sehe ich ein starkes Licht mit großer Geschwindigkeit auf unseren Planeten zukommen. Es ist der Bote vom Glücklichen Planeten. Sobald er uns die Aufgabe deiner Erdenzeit mitgeteilt hat, können wir den Gläsernen Baum verlassen. Da ist er schon”, sagt Mimir mit ehrfurchtsvoller Stimme, verbeugt sich tief vor der lichten Gestalt. “Willkommen auf unserem Planeten.”
“Seid gegrüßt, Engel Mimir. Ich habe eine Botschaft für die Seele mit dem Namen Paul. Ist sie schon aufgewacht und in der Lage mir zuzuhören?”
Paul bringt vor Anspannung kein Wort heraus. Mit großen Augen starrt er den Boten an. “Ich habe Mimir für schön gehalten”, denkt er, “aber der Bote ist wohl der allerschönste Engel im All.”
Große, blaue, dicht bewimperte Augen, ein dunkles, ebenmäßiges Gesicht und langes, lockiges Silberhaar sehen sehr beeindruckend aus. Der Bote trägt ein goldenes Kleid aus Seide. Es ist über und über mit Diamanten bestickt. Als Paul genau hinschaut, stellt er fest, dass die Stickereien die zwölf Sternzeichen darstellen.
“Ich bin es nur. Wach auf, Paul!”, sagt der Engel freundlich.
Er lächelt Paul an und schaut ihm dabei in die Augen. Sein Blick dringt tief in Pauls Seele. Paul weiß nicht, dass er gerade ein Übermaß an Liebe bekommen hat.
Der schöne Engel hat es eilig. Er muss noch viele Botschaften überbringen. In seinen schmalen Händen hält er eine Papyrusrolle. Behutsam entrollt er sie, liest mit angenehm tiefer Stimme den Text der Botschaft vor: “Paul ist dazu ausersehen, die Liebe, die ihm in reichlichem Maße geschenkt wurde, in seinem Erdenleben weiterzugeben. Seine Erdenzeitbegleiter darf Paul sich selber auswählen. Die Gabe, den Menschen ins Herz schauen zu können, wird ihm helfen, seine Mission zu erfüllen. Hat Paul auch nur wenige Erdlinge von der Liebe überzeugt, ist sein Auftrag ausgeführt. Nach seiner Zeit auf der Erde darf er dann auf dem leichten Weg zum Glücklichen Planeten reisen.”
Würdevoll reicht der Bote Paul die Hand und sagt: “Keine leichte Aufgabe, mein Junge. Doch du wirst sie bewältigen. Ich glaube daran. Mimir wird stets in deiner Nähe sein, dir mit Rat, wenn es sein muss auch mit Tat zur Seite stehen.
Paul möchte gerne etwas sagen. Es gelingt ihm nicht. Er ist viel zu aufgeregt.
Der Bote vernichtet die Rolle; er zerreibt das Papier und tausend winzige Sternchen fliegen ins All.
“Achte gut auf Paul”, wendet sich der Engelsbote an Mimir. “Ich wünsche euch eine gute Reise!”
Schnell fliegt der Bote davon. Paul und Mimir verlieren seine lichte Gestalt bald aus den Augen.
Mimir löst das Körbchen vom Zweig. Ruhig und sicher bewegt er es vom Gläsernen Baum ins All.
Die Reise beginnt …
… wie die Geschichte weitergeht, erfahrt Ihr hier im Teil 3 der Weihnachtssaga …
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Antonia Stahn
Die Reise vom gläsernen Baum
zum blauen Planeten.
Eine Weihnachtssaga.
ISBN 978-3-939937-02-9
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Weihnachtsgeschichten
Band 3
[...] wie die Geschichte weitergeht, erfahrt Ihr hier im Teil 2 der Weihnachtssaga [...]
[...] endete Teil 2 der Weihnachtssaga: „… Mimir löst das Körbchen vom Zweig. Ruhig und sicher bewegt er es vom Gläsernen [...]